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Biologie

Die Biologie betrachtet Strukturen und Wechselbeziehungen der Lebensprozesse in der Natur – von der kleinsten Einheit einer Zelle über Organismen, Ökosystemen bis zur Biosphäre. Unser Ziel ist ein fundiertes Wissen, um das Zusammenspiel dieser komplexen Systeme zu verstehen. Die SchülerInnen lernen genaues Beobachten, selbstständige Planung, Durchführung und Auswertung von Experimenten, problemorientierte Fragestellungen, Erkennen von kausalen Zusammenhängen und vernetztes Denken. Sie wenden moderne Analysemethoden an und beziehen die chemischen Grundlagen biologischer Vorgänge mit ein. Der Biologieunterricht der Sek II ist grundlegend für eine naturwissenschaftlich orientierte Ausbildung im medizinischen, pharmazeutischen und naturwissenschaftlich–technischen Bereich. Darüber hinaus stellt er eine ausgezeichnete Basis dar für Fragen der Gesunderhaltung von Mensch und Umwelt.

In den letzten Jahrzehnten hat die Bedeutung der Biologie als „Brücke“ zwischen Natur- und Geisteswissenschaften enorm zugenommen. Viele gesellschaftlich relevante Problemstellungen in Politik, Wirtschaft, aber auch Ethik und Psychologie sind eng mit biologischen Sachverhalten verknüpft. Sie lassen sich besser verstehen, einordnen und bewerten, wenn sie nicht nur in ihrem geistes- bzw. gesellschaftspolitischen Horizont, sondern zusätzlich in ihrer naturwissenschaftlich–biologischen Dimension erfasst werden. Der Biologieunterricht bereitet einer solchen Betrachtung den Weg und bietet damit unseren SchülerInnen Orientierungshilfe für ein vertieftes Verständnis des Menschen in seiner Umwelt und für selbstverantwortetes Urteilen und Handeln.

Zu den Angeboten in den einzelnen Halbjahren:
11/1 Zellbiologie und Stoffwechsel

Leben ist ständiger Energiefluss und Stoffumwandlung! Mit vielen Schülerexperimenten sollen die SchülerInnen elementare Lebensprozesse vorwiegend auf der Ebene der Zellen kennen lernen. Unmittelbar bedeutsam ist dies für Themen wie „Erzeugung unserer Nahrungsmittel“ oder „Leistungsfähigkeit im Sport“. Inhaltlich und methodisch werden im Halbjahr die Grundlagen für das vertiefte Arbeiten in den Folgekursen gelegt.
11/2 Ökologie und Umweltschutz

Unser ökologisch äußerst vielfältiger Stadtteil am Stadtrand und nahe der Wümmewiesen bietet ausgezeichnete Möglichkeiten für Freilanduntersuchungen und Exkursionen. Eine umfassende experimentelle Untersuchung eines Ökosystems, z.B. Fleet, See, Feuchtwiese, Weide, Hecke, ist Kernstück dieses Kurses.

Der Einfluss verschiedener Umweltfaktoren und die Veränderung ökologischer Gleichgewichte durch den Menschen bestimmen viele Umweltthemen. Was kann die Ökologie für eine nachhaltige Entwicklung leisten? Anhand verschiedener Bereiche werden ökologische Aspekte behandelt und ihre Verzahnung mit ökonomischen und sozialen Bedingungen verdeutlicht.
12/1 Genetik, Biotechnologie und Entwicklung

Früherkennung von Erbkrankheiten, genetische Beratung, Gentherapie, genetischer Fingerabdruck, Antimatsch – Tomate und Gensoja, Embryonenforschung und Klonen – das sind aktuelle Fragen. Was ist möglich? Was ist wünschenswert? Wir erarbeiten die biologischen Grundlagen: Schädigung des Erbgutes, Weitergabe der Erbanlagen, molekulare Grundlagen der Vererbung und Gentechnik. Wir können DNS isolieren und Bakterien züchten. Exkursionen zu Instituten und Universität bieten sich an.
12/2 Evolution und Immunologie

Dieser Kurs baut auf den Genetikkenntnissen auf. Wie haben die Lebewesen sich entwickelt im Laufe der Erdgeschichte? Welche Mechanismen spielten dabei eine Rolle? Wie wirken diese heute? Herausgearbeitet wird auch die entwicklungsgeschichtlich geprägte Seite des Menschen und seine Sonderstellung im allgemeinen Evolutionsprozess.

Die Inhalte dieses Kurses spielen z. B. eine wichtige Rolle bei der Züchtung von Pflanzen und Tieren, bei der Bekämpfung von Infektionen und Krebs, bei der Gesundheitsvorsorge.
13/1 Nerven, Sinne und Verhalten

In diesem Halbjahr geht es darum, wie ein komplexer Organismus durch das Zusammenspiel von Sinnesorganen, Nerven und Hormonen und der Steuerzentrale Gehirn die Vielzahl der Reaktionen in einem gesunden Gleichgewicht hält und auf die Umwelt sinnvoll reagieren kann. Welche Verhaltensweisen können wir bei Tieren beobachten und erklären? Welche Reaktionsmuster bringt der Mensch als biologisches Wesen mit, wie kann er Lernen lernen? Die moderne Hirnforschung vermittelt uns vertiefte Einblicke, berührt unser Selbstverständnis und beeinflusst Pädagogik und Psychologie.

Auch zu diesem Thema beziehen wir die Angebote von Universum und Universität mit ein.
13/2 Die verbleibende Zeit dient schwerpunktmäßig einer gründlichen Vorbereitung des Abiturs

Die Ausführungen zu den einzelnen Halbjahren gelten prinzipiell sowohl für den Leistungs wie für den Grundkurs. Im Leistungskurs werden die Themen wesentlich stärker vertieft und enthalten auch anspruchsvollere Aufgaben. Die experimentell geprägten Unterrichtsphasen können etwas stärker ausgeweitert werden. Durchschnittliche Kenntnisse aus der Mittelstufen– Chemie sollten mitgebracht werden, oder die Bereitschaft, sie im konkreten Fall zu ergänzen.