Im Fach Englisch sollen Schülerinnen und Schüler „in Grund- und Leistungskursen lernen, in möglichst vielen Situationen zu bestehen, insbesondere im Zusammenhang mit Themen, die für die Zielsprachenländer relevant sind“(Rahmenplan für die Sekundarstufe II, Gymnasiale Oberstufe, Hrsg.: Der Senator für Bildung und Wissenschaft, Bremen).
Eine wesentliche und für Grund- und Leistungskurse gleichermaßen geltende Neuerung im Vergleich zum Unterricht in der Sekundarstufe I besteht darin, dass der Unterricht in englischer Sprache durchgeführt wird – eine sicher nachvollziehbare und richtige Vorgehensweise, wenn das oberste Lernziel, zu verstehen und sich verständlich zu machen, erreicht werden soll.
Dabei geht es in der Einführungsphase (Klasse 11) darum, die in der Sekundarstufe I erworbenen Fertigkeiten und Fähigkeiten zu festigen, zu erweitern und zu vertiefen und gegebenenfalls vorliegende Defizite auszugleichen. Dies beinhaltet u.a. die Erarbeitung insbesondere auch solcher Wörter und Redewendungen, die die Alltagskultur des Zielsprachenlandes spiegeln; die Wiederholung und Festigung grammatischer Strukturen, die sich als besonders fehlerträchtig erweisen; die Erweiterung um Strukturen der Akzentuierung mit dem Ziel der Ausbildung von mehr language awareness; die Festigung und Erweiterung der Kenntnisse im Bereich der Orthographie; Übungen zur Aussprache und Intonation mit dem Ziel, dass die SchülerInnen eine Aussprachevariante (zumeist modified standard English) einschließlich der entsprechenden Intonationsmuster praktizieren sowie sich den Aussprachemustern von native speakers stark annähern (ebd.). Hier ist also noch einmal Gelegenheit, Grammatik, Rechtschreibung, Aussprache und Wortschatz zu wiederholen und aufzuarbeiten, bevor es mit einem gesicherten sprachlichen Fundament in die Klassenstufen 12 und 13 geht.
In Grundkursen werden im Verlaufe der Gymnasialen Oberstufe (GyO) 10, in Leistungskursen 12 der folgenden Themen behandelt, wobei für Leistungskurse mindestens ein Shakespeare- Drama und ein Roman oder ein weiteres Theaterstück verbindlich sind:
Everyday rituals
The generations
Gender relations
Emotions and drives
Wealth and poverty
The world of labour and economy
Global concerns ( environment, ecology, climate, diseases, migration, famine, war and peace)
Cities and urban life
Living in a multicultural society
Media
English as a means of communication
Importance and essence of art
European identity and global mobility
Colonialism, imperialism, Third World
The making of a nation
Imagination and reality
Health matters
Outstanding personalities
Science and technology
Current affairs (ebd.)
Damit die SchülerinnInnen befähigt werden, über die o.g. Themenbereiche zu kommunizieren, konzentriert sich der Unterricht auf die Rezeption und die Produktion geschriebener und gesprochener Texte – es werden also Originaltexte aus dem englischsprachigen Bereich gelesen und gehört und eigene Texte verfasst.
Das Spektrum der Äußerungen, die es zu verstehen gilt, ist groß: der Zeitungsartikel ist ebenso gefragt wie die Bedienungsanleitung; die Kurzgeschichte und der (populär)wissenschaftliche Fachartikel stehen gleichberechtigt nebeneinander; Radiobeiträge, in denen native speakers aus verschiedenen Regionen zu Wort kommen sind ebenso zu meistern wie Dokumentar- und Spielfilme; usw.
Ähnlich abwechslungsreich gestaltet sich die Bandbreite der zu produzierenden Äußerungen. Im Vordergrund steht hier zunächst das Unterrichtsgespräch, in dem über Texte und Themen diskutiert wird. Auch die im englischen Sprachraum existierende Kultur des debating findet Eingang in den Unterrichtsalltag, in dem SchülerInnen Gelegenheit haben, ihre Arbeitsergebnisse und ihre Diskussionsbeiträge vor der Gesamtgruppe vorzustellen. Im Bereich der Textproduktion geht es einerseits um die schriftliche Auseinandersetzung mit Themen und Originaltexten, andererseits aber auch um das Verfassen von Texten für private und öffentliche Kommunikation (z.B. Lebenslauf, Bewerbung, Briefe, Internet-Seiten, e-mails) und um creative writing, d.h. das Verfassen eigener Texte, in denen mit sprachlichen Ausdrucksmitteln auch experimentiert wird.
All diese Lerninhalte sind für Grund- und Leistungskurse gleich, im Leistungskurs ist lediglich das zu erreichende Sprachlevel höher und die Beschäftigung mit englischsprachiger Literatur nimmt einen größeren Raum ein, denn hier ist die Lektüre eines Shakespeare-Dramas ebenso vorgesehen wie das Lesen eines weiteren literarischen Originalwerkes (Roman oder Drama).
Um dem von vielen Schülern die Sorge vor dem vielfach „gefürchteten“ Shakespeare zu nehmen: Shakespeare im Original mag auf den ersten Blick einschüchternd wirken, ist ein aber ein wunderbares Erlebnis, wenn der gedruckte Text in lebendige Sprache umgesetzt wird, denn dann erschließen sich viele Fragen durch den Rhythmus der Sprache wie von selbst! Und wenn man sich dann noch mit einer Inszenierung beschäftigt und die geplante Kursreise nach London ins Globe (Nachbau des Theaters, in dem Shakespeare gearbeitet hat) geht – wie kann man da noch Bedenken haben?!
Im Rahmen des Faches Englisch gibt es in der GyO Gelegenheit, eines der für den weiteren Studien- und Berufsweg interessanten Certificates (Oxford/Cambridge) zu erlangen. Hierzu bieten wir in 12.1. oder 12.2. einen zusätzlichen 3stündigen Grundkurs an, der auf diese Prüfung vorbereitet.
Erste Gespräche und ein Lehreraustausch mit einer englischen Schule (Westbuckland School, Devon) bereiten den von uns angestrebten Schüleraustausch vor, der dazu dienen soll, Land und Leute und den alltäglichen Sprachgebrauch kennen zu lernen.